Kurzer Rueckblick: Tom und ich sind also mit dem Van auf der Nordinsel. Die Ueberfahrt von Picton nach Wellington, von der Sued- auf die Nordinsel hat sich als ganz schoen happig rausgestellt. Die Cook Strait ist eine nicht ganz einfache Ozeanpassage und wir hatten Mega-Wellen und mir ist mein Magen nicht nur in die Hosentasche gerutscht sondern fast durch meine Jeans bis auf den Boden befallen. Ich sag nur: viele Loecher im Bauch, wenn sich das Schiff nach einer grossen Welle wieder in die Tiefe gesenkt hat…und ich wusste nicht, dass Metall wirklich aechzen und stoehnen kann! (Hey Simon!)
Nachts angekommen haben wir uns erstmal einen netten Parkplatz am Meer gesucht und am naechsten Morgen ausgeschlafen. Das hatte ich auch dringend noetig. Die letzten Tage mit Zimmer ausraeumen, noch die letzten Sachen organisieren, liebgewonnenen Leuten erstmal Tschuess sagen usw. haben mich ganz schoen geschafft und wir sind erst zwei Tage spaeter als geplant losgekommen.
Vorhang auf. Kurzes-nach-Draussen-Spaehen und ich sehe nur eine Regenwand. Ok erstmal nochmal Umdrehen :)
Wir verbringen den Tag im windigen Wellington dann im Nationalmuseum Te Papa und verbringen den Tag, bzw. Nachmittag dort. Das Museum ist echt ziemlich cool fuer ein Museum - total interaktiv und es gibt eine Ausstellung ueber Vulkane und Tiere und Maoris und nen alten VW Bus zu bewundern. Als es aufhoert zu regnen, fahren wir sogar mit dem Cable Car auf den Stadthuegel und geniessen die schoene Nachtaussicht auf die Stadt.
Am naechsten Morgen gehts weiter Richtung Norden an der Ostkueste entlang. Ich sehe meinen ersten (auch schneebedeckten) Vulkan und wir bewundern ihn erstmal aus der Ferne, da wir unbedingt mal wieder ne Dusche brauchen quartieren wir uns in einem Backpackers ein. Es sieht aus wie ein altes Schullandheim und wars wahrscheinlich auch. Mit uns: ein ganzes Hockeyteam von 12-14jaehrigen Kiddies. Trotz Befuerchtung sind die ganz nett und gar nicht auf-den-Senkel-gehend ;) Als sie den TV-Room stuermen und wir uns geschlagen geben und ihnen einfach den Raum ueberlassen, betteln sie uns zurueck und meinen: Nicht gehen, wir beissen nicht. Was folgt ist eine amuesante Episode lustiger Witze 13 Jaehriger! Echt super. Ich moechte auch nochmal jung sein und am besten maennlich! Kein Kommentar ueber meine Traume okay?! :)
Lustigerweise sind wir fuer sie “die Grossen”, vor denen man sich benehmen muss…bin ich schon so alt? Wahrscheinlich, wenn ich schon denke, dass man sich im Beisein Juengerer benehmen muss ;)
Der Vulkan ist aus der Naehe noch besser und so wandern wir am naechsten Tag etwas drauf rum. Tom brennts unter den Naegeln und er will mit mir gleich ne Skitour auf n Vulkan gehen. Mir Anfaenger ist das etwas zu ungeheuer und so wandern wir so n bisschen unterhalb rum und ueber Schwingbruecken und geniessen den underburn Ausblick von der Ferne. Ein Versprechen hab ich aber abgeben muessen: beim naechsten Vulkan ist ne kleine Skitour faellig. Gut nochmal weggekommen - zumindest fuer ne Weile. Macht doch bestimmt auch Spass, auf nen Berg hochlaufen und im Powder runterfahren - klar! Nur war auf diesem Berg nicht sooo viel Powder sondern ziemlich viele Felsen ;)
Wir verlassen den Ort der Diskussion und fahren weiter in den Norden an der Kueste lang. Die Huegel sind hier gruener denn je und ich glaube mich den Hobbits naeher denn je. Hinter jeder Kurve koennte einer vorspringen! Ah doch nicht.
Dafuer ist am naechsten Tag die Unterwelt dran, wir besichtigen die Waitomo Caves, eine Hoehle mit glowworms, sog. Leuchtkaefern. Sie spinnen klebrige Faeden, die am Ende leuchten und fangen damit nachts Insekten. Wenn die kleinen Raupen dick und fett sind verpuppen sie sich und als erwachsene Kaefer leben sie nur 3-4 Tage, um neue Eier zu legen. Nicht mal Muender haben die erwachsenen Kaefer, um zu essen. Krass oder? Ein Leben nur der Fortpflanzung gewidmet.
Die Caves waren insgesamt schon so ne Touristenfalle, irgendwie war die Fuehrung doch nicht sooo ganz beeindruckend und sehr kurz. Die Hoehle war schon cool - ziemlich hoch, aber eher weniger Stalaktiten und Stalagmiten, und innendrin war der Fussweg gefliest. Stellt euch das mal vor. Dann die Bootstour zu den Gluehwuermchen dauerte 10 Minuten, wobei der Typ an einer Stelle rumrudert. Versuesst von einem Baby, dem das alles nicht geheuer war und die Hoehle zubruellte, versalzen mit Gesinge und Beschwichtigungsversuchen der gluecklichen Eltern und Verwandten des Babys. Sollte wohl beruhigend gemeint sein, hat das Baby nur nicht verstanden. Der ganze Ort, wo sich die Hoehlen befinden, ist auf Touris ausgelegt und von Blackwaterrafting bis Dein-Touri-Wunsch-ist-mir-Befehl-und-beschehrt-mir-viel-Geld ist alles moeglich. Wir verlassen den Ort des Geld-Ausgebens und kehren zurueck in die Natur.
Heisse Quellen am Strand warten. Jetzt muessen wir sie nur finden. Zwei Stunden vor und nach der Ebbe kann man sie finden - und wir Gluecklichen graben uns ein badewannenwarmes Loch am Strand und geniessen den Sonnenuntergang mit einer Flasche Wein. Das ham wir uns verdient nach all dem Buddeln.
Kurz nachdem die Sonne untergegangen ist, kommt auch schon die Flut und wir geben uns geschlagen, als kalte Wellen unseren Damm ueberfluten, zerstoeren und die angenehme Badetemperatur gnadenlos absenken.
Weiter gehts an der Kueste und wir wachen in einem verschlafenen Surferdoerfchen (Raglan) auf und geniessen Kaffee und Zeitung an einem Tisch aus einem Surfbrett.
Den Rest vom Tag verbringen wir damit fast ganz in den Norden zu fahren nach Pahia, in der Bay of Islands. Eine Bucht mit mehr als 140 Inseln. Wir steigen in einem Backpackers namens Pickled Parrot (Betrunkener Papagei) ab, das einen wunderschoenen tropischen Garten hat und eine recht komische Katze, die dich mit ihrer Pfote immer so anstupst, wenn du auf der Couch sitzt. Sie ist echt ne lustige. Auch Rose, die Besitzerin von dem Hostel, ist so ne Lustige. Sie wollte aus England weg und hat dann einfach mal auf gut Glueck das Hostel hier gekauft. WOW - das ist Mumm.
Am naechsten Tag erfuell ich mir einen Traum: Delfine kucken. Ich hab schonmal welche gesehen in Seaworld, aber das ist einfach nicht das gleiche in der Natur. War echt total super auch wenns in dem Moment angefangen hat zu regnen!
Weil das Hostel so schoen ist bleiben wir noch ne zweite Nacht! Dann aber weiter zum 90-Mile-Beach. Das Wort sagts fast: 90 Kilometer Strand am Stueck und man darf mit dem Auto drauf rum cruisen. Nachdem ich am Anfang nicht so weiss, ob ichs so besonders finden soll (wahrscheinlich weil Tom am Steuer sitzt), bin ich ziemlich begeistert, als ich selber am Steuer sitze ;) Woa macht das Spass!
Obs dem Bruce auch so gefaellt, wenn ihn das Salzwasser am Unterboden angreift, weiss ich nicht, aber bis jetzt ist er gut!
Wir treffen ein paar Fischer - hier wohnen ziemlich viele Maoris - im Vergleich zur Suedinsel, wo man die fast nie sieht. Der Fischer ist echt n Einzelstueck und erzaehlt von Surfen und wie toll es ist hier aufzuwachsen, aber irgendwie muss er wohl n bissle zuviel Drogen genommen haben. Es hat ihn schon etwas mitgenommen, denn er wiederholt sich staendig ;) “You just got to be here, ay. You know, you just have to be here, ay. Here is good ay”. Hoechste Arbeitslosenrate des Landes ist auch in dieser Umgebung. Kein Wunder - stabile sonnige Temperaturen und Strand und das groesste Haschanbaugebiet Neuseelands. Kein Wunder dass da niemand arbeiten will!
Die Arbeitslosenquote ist hier uebrigens bei 3 komma irgendwas Prozent. Waere schoen, wenns in Dtl. so waer.
Fuer den Rest vom Nachmittag beschliessen wir Reiten zu gehen am Strand. Uh - ich noch nie auf nem Pferd gesessen! Hey am Anfang ist es sogar etwas langweilig nur im Schritt mit den Pferden am Strand langzutrotten und ich ueberlege mir dass mir so n bisschen schnelleres Tempo schon befallen wuerde. Puh gut dass ich das nicht geaeussert habe, denn als wir dann in den Duenen rumreiten und die Pferde bergab in Trab verfallen hab ich echt Probleme im Sattel zu bleiben! Ahhhh! Und dann kriegt mein Pferd auch wie im Film einen netten kleinen Biss von nem Nachbarpferd, das es gar nicht mag und auf einmal gehts halt voll durch und faellt in den Trab und in den Galopp und ich weiss nicht wie mir geschieht. Ich halte mich, aber eher so mit Muehe! Arghh! Wie krieg ich dieses Pferd unter Kontrolle :) Es haelt dann auch schon irgendwann an und wir lachen uns alle kaput ueber dieses Abenteuer! Aber das Reiten ist mir erstmal mit fremden Pferden nicht mehr so geheuer. Die naechsten muss ich vorher mal besser kennenlernen und bestechen!
Abendessen gibts dann an einem Strand, den wir heute wohl nur noch im Dunkeln sehen in der Doubtless Bay! Soll sehr schoen sein. Mal sehen bis zum Morgen! Ich habe vor zu Joggen!
Windowcheck: Sonne grade am Aufgehen, nicht s wie raus aus dem Schlafsack und ich geniesse die herrliche Bucht, die Muscheln, die Leere am Morgen und die Moewen, die mir beim Joggen folgen. Wunderbar. Zwei Kaffees, viel Sonne und ein langes Fruehstueck spaeter beschliessen wir die anderen Bays dieser Peninsula ausfindig zu machen und das lohnt sich. Weitere sandige Buchten mit klarem Wasser entdeckt! Wir kaufen auf dem Weg noch Wein bei einem Weingut ein fuer meine Freunde in Auckland, die wir besuchen wollen.
Jean und Kelvin hab ich in USA vor 5 Jahren beim Reisen in Californien kennengelernt, weil wir auf derselben Tour waren. Und jetzt besuch ich sie hier. An sich echt krass. Sie sind ein sehr herzliches, altes, aber recht fittes Ehepaar und haben nen guten Humor und laden uns ein solange wie wir wollen bei ihnen zu bleiben. Die naechsten Tage verbringen wir mit ihnen mit zusammen fruehstuecken, in Auckland rumduesen und faulenzen. Man die Zeit verrennt…jetzt sind wir schon 4 Tage hier und es ist einfach nur nett und wir kommen nicht weiter! Das Ziel ist jetzt am Dienstag morgen loszufahren. Heute ist schon Sonntag und morgen geh ich mit Jean shoppen und abends lernen wir ihren Sohn mit Freundin kennen.
Ach Urlaub ist echt schoen. Ich geniese die Zeit total. Jetzt kommt noch so n dummer Spruch von mir - aber das praegt schon, wenn manns die ganze Zeit hoert: No worries, mate! Das Leben ist zu wertvoll, um es nicht zu geniessen!
Und hier wie immer der Link zum Photoalbum. Viel Spass beim Blaettern!
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Machts gut!
Die Ruth.

2 Kommentare:
Die Ruth war reiten! Ich glaubs ja nicht - und dann ohne mich :)
Schade, dass es von deiner Galopp-Eskapade keine Fotos gibt!!
Wünsch euch beiden weiterhin viel viel Spaß und tolle Erlebnisse!
Hier in Aarhus ist alles gut, schöne Stadt, Wetter besser als gedacht, tollen Ausflug an die Nordspitze Dänemarks gemacht! Fotos und Texte kannst ja bei Gelegenheit (wenn du wieder daheim bist...) in meinem Blog lesen!
Macht euch einen tollen Tag morgen, man hat schließlich nicht oft Geburtstag :)
Bussi, deine Tina
hey meine süße ruthi,
alles alles liebe zum geburtstag! obwohl du wohl nicht groß party machen kannst wünsch ich euch einen ganz tollen tag. ich denk an euch und versuche mein fernweh zu unterdrücken wenn ich eure bilder ansehe :)
freu mich auf dich, wenn du wieder in aux bist!
bussi amelie
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